Helmut Schmitt kehrt zu „Nora Systems” zurück

Schon im Sommer bekundeten die örtlichen Arbeitnehmerverbände ihre Solidarität mit Helmut Schmitt in der Innenstadt. Foto: Kreutzer
Schon im Sommer bekundeten die örtlichen Arbeitnehmerverbände ihre Solidarität mit Helmut Schmitt in der Innenstadt.
Foto: Kreutzer

Weinheim. (web) Über Monate hinweg hatte ein Solidaritätskomitee aus Betriebsräten und Gewerkschaftern gegen die fristlose Kündigung des Betriebsrates Helmut Schmitt beim Weinheimer Bodenhersteller „Nora Systems” protestiert. Offenbar mit Erfolg. Der Prozess vor dem Mannheimer Arbeitsgericht endete jetzt mit einem Vergleich. Wesentlicher Bestandteil der Vereinbarung: Schmitt darf weiter bei „Nora Systems” arbeiten, auch sein Ausschluss aus dem Betriebsrat der Firma ist aufgehoben.

„Ich bin froh, dass es zu Ende ist, obwohl ich eigentlich keinen anderen Ausgang erwartet habe”, so Schmitt im Gespräch mit der RNZ. Ein Termin für seinen (Wieder-)Antritt zur Arbeit müsse noch vereinbart werden, „als Betriebsrat bin ich aber wieder im Amt”.

Über den Wortlaut der Vereinbarung wurde Stillschweigen vereinbart. Deshalb wollte sich Schmitt nicht zu inhaltlichen Details äußern. Nur soviel: Es sei ihm gerade jetzt wichtig, die Rechte der Arbeitnehmer vertreten zu können. Auch, weil das Unternehmen vor einem erneuten Verkauf steht. Über seinen Anwalt erklärte Schmitt weiter, dass er weder dem Betriebsratsvorsitzenden Bestechlichkeit vorgeworfen, noch der Unternehmensleitung Manipulationsversuche unterstellt habe. Entsprechende „Eindrücke” bedauerte er ausdrücklich.

Erleichterung auch auf Seiten der Arbeitnehmerverbände: „Die Vorwürfe des Unternehmens waren nicht stichhaltig. Ich kenne Helmut seit 20 Jahren, er war nie der Betriebsstörer, als der er hingestellt werden sollte”, so Carsten Labudda, stellvertretender Vorsitzender des DGB Weinheim. Schmitts Existenz sei nun gesichert. Labudda ist allerdings der Ansicht, dass zwischen der Kündigung Schmitts und dem geplanten Weiterverkauf des 900 Mitarbeiter zählenden Unternehmens ein Zusammenhang besteht. Eine Annahme, die Firmensprecher Martin Koch zurückweist.

„Dieser Vorgang hat mit dem Unternehmensverkauf nichts zu tun.” Zwar sei die Auseinandersetzung auch für „Nora Systems” unerfreulich gewesen. „Aber Konflikte gehören zum Arbeitsleben dazu.” Dennoch habe man sich „an einen Tisch gesetzt”, die Probleme seien gelöst.