ver.di-LogoVereinte
Dienstleistungs-
gewerkschaft
Bezirk
Mülheim-Oberhausen

Standort Oberhausen

Datum 10. 10. 2012

Firma
nora systems GmbH
Geschäftsführung und Betriebsrat
Höhner Weg 2 – 4
69465 Weinheim

Solidarität mit dem Kollegen Helmut Schmitt

Der Betrieb nora systems, Bodenbelaghersteller in Weinheim, soll verkauft werden. Wie schon einmal im Jahr 2007, als die damalige Freudenberg Bausysteme KG an einen Konkurrenten veräußert werden sollte und die Belegschaft erbitterten Widerstand leistete.

Kurz nach Bekanntwerden der Verkaufspläne wird ein integrer Gewerkschafter mit fadenscheinigen Gründen aus dem Betriebsrat gemobbt.

Seine fristlose Kündigung durch die Geschäftsleitung folgt auf dem Fuße. Er soll den Betriebsfrieden gestört haben. Die Betriebsratsmehrheit von nora systems stimmt der fristlosen Kündigung zu.

Zuvor hatten eine Klage sowie eine Doppelabmahnung gegen den Kollegen mit einer doppelten Niederlage der Geschäftsführung geendet.

Die Folgen der Hand-in-Hand-Arbeit von Betriebsratsmehrheit und Geschäftsleitung:

  • Helmut Schmitt, der bei der Betriebsratswahl 2010 die meisten Stimmen erhielt, gerät persönlich in eine prekäre Situation. Die Lohnfortzahlung wird sofort eingestellt. Er erhält eine Sperrzeit von der Arbeitsagentur.
  • Die Belegschaft von nora systems verliert bei den Verkaufsverhandlungen einen wichtigen Fürsprecher. Helmut kann nicht mehr wie zuvor für ihre Interessen eintreten und die Verhandlungen kritisch begleiten.
  • Ein engagierter Gewerkschafter wird auf diese Weise erst einmal ausgeschaltet.

Dies ist ein Skandal! Ein solch unerträgliches Vorgehen gegen einen engagierten Kollegen geht alle an, die Mobbing, Lügen und Willkür nicht einfach hinnehmen wollen. Wir erklären uns mit Helmut Schmitt solidarisch und fordern:

Die Kündigung sowie der Ausschluss von Helmut Schmitt aus dem Betriebsrat müssen sofort rückgängig gemacht werden!

Für den Bezirksfrauenrat im ver.di Bezirk Mülheim-Oberhausen
gez. Henrike Greven gez. Angelika Keßler
Bezirksgeschäftsführerin Bezirksfrauenratsvorsitzende

Der Alstom-Chor aus Mannheim trat beim Solidaritätskonzert für den bei Nora Systems entlassenen Betriebsrat Helmut Schmitt auf. Bild: Gutschalk

Weinheim. Aus dem Rolf-Engelbrecht-Haus schallt ein Klassiker: „Skandal im Sperrbezirk”. Soundcheck zu einem Skandal-Konzert ganz anderer Art. „Skandal bei Nora” steht auf den Plakaten und „Solidarität mit Helmut Schmitt”. Schwarzer Grund, grelle Schrift. Helmut Schmitt selbst, der gefeuerte stellvertretende Betriebsratsvorsitzende von Nora Systems, steht vor dem Rolf-Engelbrecht-Haus in der kühlen Abendluft.

Lange bevor es losgeht, haben sich schon 40 Menschen vor der Halle versammelt. Einige seiner früheren Kollegen und Gewerkschaftskollegen anderer Betriebe stehen in losen Gruppen zusammen und diskutieren. In den Gesprächen geht es immer um ein Thema. Und immer muss Schmitt dieselben Fragen beantworten: „Was werfen Sie dir denn vor?” „Bekommen die Mitarbeiter bei Nora Druck?” „Wie geht’s jetzt weiter?” Schmitt antwortet, grüßt, lächelt. „Die Leute erwarten, dass ich wiederkomme”, sagt er. Das Konzert zu seiner Unterstützung gebe ihm unheimlich viel Kraft. „Mir geht’s im Moment wirklich klasse. Es ist enorm positiv, so unterstützt zu werden.”

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