Fast alle Gekündigten von XXXL Rück in Oberhausen nehmen nun die angebotenen Abfindungen an. Die juristischen Auseinandersetzungen um die Massenentlassungen sind damit weitgehend beendet.

Ende 2015 wollte der Betriebsrat von XXXL Rück durch eine Neuwahl sein Mandat absichern, da im Sommer zwei XXXL-Dienstleistungsgesellschaften gegen andere ausgetauscht worden waren. Die mit dem Eilverfahren befasste Kammer des Arbeitsgerichts Oberhausen stellte jedoch, wie nach ihr auch verschiedene Kammern des Landesarbeitsgerichts Düsseldorf, einen Betriebsübergang fest. Es beschied dem Betriebsrat, dass er bis 2018 im Amt sei. Daraufhin klagte der Betriebsrat auf Herausgabe seines Büros, um seine Arbeit fortsetzen zu können.

Mit diesem Hauptverfahren war eine andere Kammer des Arbeitsgerichts Oberhausen befasst. Die kam jetzt zum gegenteiligen Ergebnis: Bei der Übertragung des Betriebes des Verkaufshauses auf andere XXXL-Dienstleistungsgesellschaften soll nun doch kein Betriebsübergang stattgefunden haben. So sei das Mandat des Betriebsrates erloschen. Laut diesem Urteil gibt es seit August 2015 keinen Betriebsrat bei XXXL Rück mehr.

Weiterlesen: Gegensätzliches Urteil des Arbeitsgerichts hebelt Betriebsrat aus

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Flashmob bei XXXL Rück in Oberhausen

Mehr als ein Dutzend gewerkschaftliche AktivistInnen und solidarische Betriebsräte, unter anderem von Bauhaus, demonstrierten am Samstag im Möbelhaus XXXL Rück in Oberhausen. Mit Parolen wie „Betriebsratsfresser XXXL” und „XXXL – NICHT mein Möbelhaus” begannen sie ihren Protest in der Cafeteria und zogen anschließend durch verschiedene Abteilungen des Möbelhauses, verteilten Flugblätter und hielten Plakate in die Luft.

Damit haben sie die Kundschaft erneut auf die Machenschaften von XXXL aufmerksam gemacht:

XXXL packt einfach alle Beschäftigten einer übernommenen Filiale in verschiedene neu gegründete Gesellschaften. Servicegesellschaften heißen sie. Diese Gesellschaften erledigen alle anfallenden Arbeiten wie Verkauf, Betrieb des Restaurants, Lager oder Kundendienste. Die Servicegesellschaften haben kein eigenes Vermögen, aus dem z.B. die Löhne und Gehälter zahlen könnten. Sie haben nur Arbeitskräfte.

Weiterlesen: XXXL Rück in Oberhausen – 3. 12. 2016

Einzelhandel ohne Personal?

Durch die Übernahme der Möbelstadt Rück durch die XXXLutz-Gruppe verloren bis Oktober 2015 von ursprünglich 330 Beschäftigten 140 ihren Arbeitsplatz. Viele der KollegInnen haben sich gegen ihre Kündigung gewehrt, und die meisten bekamen vom Arbeitsgericht Oberhausen Recht. Da das Unternehmen gegen die Urteile Berufung einlegte, werden die Kündigungsschutzklagen seit Anfang August vor dem Landesarbeitsgericht in Düsseldorf verhandelt. Das Unternehmenskonstrukt von XXXL spielt in den Verfahren eine zentrale Rolle.

Die Möbelstadt Rück gehört seit Anfang 2014 zur stark expandierenden österreichischen XXXLutz-Gruppe. Die Unternehmensgruppe ist faktisch ein Konzern, tut aber alles, um diese Rechtsform und die damit verbundenen Rechtsfolgen, wie z. B. die Konzernhaftung, zu vermeiden. Sie übernimmt bestehende Möbelhäuser und spaltet die nach außen weiterhin einheitlichen Betriebe in mindestens fünf Gesellschaften auf, um aus der Tarifbindung auszubrechen und Lohndumping zu betreiben.

Weiterlesen: XXXL Rück

Kampf um Arbeitnehmerrechte

WESTPOL | 26.06.2016 | AD | DGS | UT | Verfügbar bis 26.06.2017 | WDR

WDR1 - 26. 6. 2016

Er ist einer der größten Möbelkonzerne in Europa: XXXL Wohnen mit Sitz in Österreich, Jahresumsatz: 3,9 Mrd. Euro. Seit einiger Zeit übernimmt das Unternehmen immer mehr Möbelhäuser in Deutschland, 37 Filialen gibt es inzwischen hierzulande. Mit Mitarbeitern wird dabei häufig nicht gerade zimperlich umgegangen.

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