Betriebsrat unerwünscht

Arbeitnehmervertreter werden immer häufiger bei ihrer Arbeit behindert, klagen Gewerkschaften. Sie fordern härtere Strafen für Arbeitgeber, die Betriebsräte verhindern wollen, und nehmen die kommende Bundesregierung in die Pflicht.

Von Detlef Esslinger, Hannover

Die Gewerkschaften fordern von der künftigen Bundesregierung, gegen Arbeitgeber vorzugehen, die die Wahl von Betriebsräten verhindern wollen. DGB-Chef Reiner Hoffmann sagte, bei diesen Taten handele es sich um kein Kavaliersdelikt. Sie müssten "hart bestraft" werden.

Bei der Süddeutschen Zeitung lesen

Pressemitteilung (mit der Bitte um Bekanntmachung und Berichterstattung):

Titel: FaltblattBundesweite Konferenz
„Betriebsräte im Visier –
Bossing, Mobbing & Co.”
am 14.10.2017 in Mannheim

Sehr geehrte Damen und Herren,

am kommenden Samstag, dem 14. 10. 2017, findet im Mannheimer Gewerkschaftshaus die 4. bundesweite Tagung „Betriebsräte im Visier - Bossing, Mobbing & Co.” statt.

Nach wie vor wird die Wahl von Betriebs- oder Personalräten be- oder gar verhindert. Zunehmend werden bestehende Betriebsratsgremien bei der Umsetzung ihres gesetzlichen Auftrags blockiert.

Und noch schlimmer: Nach wie vor werden aktive Betriebsräte und Gewerkschaftsmitglieder gemobbt. Sogenannte Verdachtskündigungen werden gegen die Betroffenen ausgesprochen. Es findet die Bespitzelung ihres beruflichen und privaten Umfeldes statt. Ihre berufliche und ihre finanzielle Existenz wird zerstört. Ihr familiäres Umfeld wird zersetzt. Oft erkranken die Betroffenen daraufhin und leiden an schweren Depressionen.

Es handelt sich hierbei um illegale Angriffe auf engagierte Menschen. Schwere Verletzungen ihrer Rechte aus dem Grundgesetz, dem Betriebsverfassungsgesetz und dem Arbeitsschutzgesetz werden von den Tätern in Kauf genommen.

Weiterlesen: Pressemitteilung 9. 10. 2017

DGB Rechtsschutz LogoUnion Busting im Sauerland

Zum wiederholten Mal hat im Sauerland ein mittelständischer Betrieb zweifelhafte Bekanntheit erlangt durch Versuche zur Verhinderung der Erstwahl eines Betriebsrates. Den Geschäftsleitungen waren hierzu weder Kosten noch Mühen zu hoch. Die Vorgehensweisen ähnelten sich in allen Fällen verblüffend. Dank guter Zusammenarbeit zwischen der IG Metall und dem Hagener Büro der DGB Rechtsschutz GmbH konnten die Arbeitgeber in die Schranken gewiesen werden.

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work watch e.v.

Wir sind eine Anlauf- und Beratungsstelle gegen Bossing und Union-Busting und unterstützen Beschäftigte und Betriebsräte, die unter Druck geraten und fertiggemacht werden sollen.

Heute wenden wir uns mit einem Spendenaufruf für einen Betriebsrat am Flughafen Köln-Bonn an Euch, der aufgrund seines Engagements für seine Kollegen auf die Straße gesetzt und in finanzielle Not geraten ist.

Weiterlesen: FedEx: Solidarität mit BR erforderlich

Ruben Trautmann © IGMRuben Trautmann © IGMBetriebsrat-Mobbing: Interview mit Ruben Trautmann

„Es kommt darauf an, wie viel Du einstecken kannst”

Der Werkleiter brüllte ihn zusammen, die Personalchefin trat ihm ans Schienbein. Sie wollten ihn rauswerfen. Doch Ruben Trautmann, Betriebsrat beim Kontraktlogistiker Syncreon in Wunstorf hielt stand - für seine Kollegen. Und seine Kollegen und die IG Metall unterstützen ihn. Heute ist er Betriebsratsvorsitzender. Und die Arbeit im Betrieb deutlich besser und tariflich bezahlt.

Ruben, du bist als Betriebsrat massiv angegriffen worden. Was ist passiert?

Ruben Trautmann: Ich wurde ständig angebrüllt und sogar getreten. Unsere Personalchefin hat mich jeden Tag ins Büro gerufen und mich bis zu sechs Stunden lang ihrer Gehirnwäsche ausgesetzt: Wie mächtig sie sei – und wie sie mich fertig machen wird. Dabei hat sie mich auch mal am Kragen gepackt und zweimal ans Schienbein getreten. Sie und der Werkleiter haben gedroht, ich würde deutschlandweit keinen Job mehr bekommen und auf der Straße landen. Sie würden jeden künftigen Arbeitgeber anrufen und ihm sagen, was ich für einer bin. Der Werkleiter hat die Belegschaft zusammengetrommelt, um mich vor versammelter Mannschaft zu beschimpfen, als Dieb oder Spitzel der IG Metall. Den Tarifvertrag wollte ich ja angeblich nur durchsetzen, um mich in einen Job in der IG Metall einzukaufen – und dafür meine Kollegen verkaufen, die alle arbeitslos würden, weil sie dann schließen müssten.

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Logo: DGB Rechtsschutz GmbH„Methode Naujoks” ins Wanken gebracht!

Recherchen des Investigativ-Rechercheverbunds von NDR, WDR und „Süddeutsche Zeitung“ bringen Licht in die Methoden des Rechtsanwalt Helmut Naujoks.

Naujoks war nur der Anfang – Recherchen laufen weiter!

Dank der sich über mehrere Monate hingezogenen Recherchen des Investigativ-Rechercheverbunds von NDR, WDR und „Süddeutsche Zeitung” kommt Tag für Tag mehr Licht in die Methoden des Rechtsanwalt Helmut Naujoks.

Geltendes Recht wird mit Füßen getreten

Naujoks, der sich selbst zu einen „der wenigen Anwälte im deutschen Arbeitsrecht zählt, die konsequent und ausschließlich Arbeitgeberinteressen vertreten”, wendet nach den nun bekannten Recherchen Methoden an, die mit geltendem Recht offenkundig nichts mehr gemein haben.

„Naujoks gehört in die Kategorie der Halbseidenen“

In der „Süddeutschen Zeitung“ vom 10. 7. 2017 kommt der langjährige Vorsitzende Richter beim Landesarbeitsgericht Baden-Württemberg, Klaus Hennemann, zu dem Ergebnis, dass Naujoks „unseriös” sei und „in die Kategorie der Halbseidenen gehört”.

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Union Busting

Wenn Arbeitgeber Betriebsräte bekämpfen

„Gesetze, die nicht durchgesetzt werden, sind nutzlos”

Das Recht auf Mitbestimmung ist gesetzlich verbrieft - doch das kümmert manche Arbeitgeber wenig. Laut einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung werden zahlreiche Betriebsratsgründungen behindert, Kandiaten eingeschüchtert und bedroht. Das ist "ein echter Skandal und eine Straftat", sagt DGB-Chef Reiner Hoffmann - und fordert endlich wirksame Sanktionen.

Kampfzone BetriebsratswahlAggressive Arbeitgeber

Sie haben einen gesetzlichen Anspruch darauf - doch wenn Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer ihre Mitbestimmungsrechte geltend machen wollen, müssen sie in etlichen Firmen mit Schikanen rechnen. Eine Untersuchung der Hans-Böckler-Stiftung hat ergeben, dass jede sechste Betriebsratsgründung von Arbeitgebern behindert und unliebsame Beschäftigte zum Teil massiv unter Druck gesetzt werden. Das Repertoire der Arbeitgeber reicht dabei von Einschüchterung über versuchte Kündigung der Kandidaten bis zur Behinderung der Wahl selbst. Zur Rechenschaft gezogen werden sie dafür so gut wie nie.

Unternehmen gehen straffrei aus

"Wie Betriebsräte von manchen Arbeitgebern regelrecht bekämpft werden, ist ein echter Skandal - und eine Straftat", sagt der DGB-Vorsitzende Reiner Hoffmann. "Trotzdem landet praktisch kein Fall vor Gericht. Wir müssen endlich anfangen, diese Straftaten auch zu verfolgen. Gesetze, die nicht durchgesetzt werden, sind nutzlos. Und Straftaten, die straffrei bleiben, zeigen den schwarzen Schafen unter den Arbeitgebern, dass sie mit solchen Machenschaften durchkommen. Damit muss Schluss sein!“

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ARD MediathekArbeitgeber-Anwälte bieten die Kündigung von Unkündbaren an. Betriebsräte und andere unliebsame Mitarbeiter könne man angeblich ganz legal vor die Tür setzen, so ihr Angebot. Reporter Christoph Lütgert und sein Team schauen hinter die Kulissen einer verschwiegenen Branche.

Ein Film von Jasmin Klofta, Willem Konrad, Reiko Pinkert, Antonius Kempmann, Kersten Mügge und Christoph Lütgert

www.daserste.de/information/reportage-dokumentation/dokus/sendung/exclusiv-im-ersten-die-rausschmeisser-100.html

Wer die Sendung nicht sehen konnte, hat folgende weitere Möglichkeiten:

Im Internet:

www.ardmediathek.de/tv/Reportage-Dokumentation/Die-Rausschmei%C3%9Fer-Feuern-um-jeden-Preis/Das-Erste/Video?bcastId=799280&documentId=44089868

Im Fernsehen:

27.07.2017 | 21:47 Uhr | tagesschau24
Exclusiv im Ersten: Die Rausschmeißer
Feuern um jeden Preis - Film von Jasmin Kofta, Willem Konrad,

28.07.2017 | 09:30 Uhr | tagesschau24
Exclusiv im Ersten: Die Rausschmeißer
Feuern um jeden Preis - Film von Jasmin Kofta, Willem Konrad,

29.07.2017 | 18:30 Uhr | tagesschau24
Exclusiv im Ersten: Die Rausschmeißer
Feuern um jeden Preis - Film von Jasmin Kofta, Willem Konrad